Stunde 13 · Kommunikation in der vernetzten Welt
Generative KI-Anwendungen nutzen
Chatbots schreiben Texte, Programme malen Bilder auf Zuruf. Doch wie funktioniert das – und worauf muss man achten?
Station 1 · Generative KI-Anwendungen
KI, die Neues erzeugt
- Viele KI-Anwendungen erzeugen Bilder oder Musik, erstellen Videos, produzieren Texte oder sogar kleine Programmcodes. Weil sie Ergebnisse erzeugen, spricht man von generativen KI-Anwendungen (generativ = erzeugend).
- Für Texte nutzt man häufig Chatbots wie ChatGPT. Dabei wird ein Sprachmodell genutzt: ein Large Language Model (LLM).
- Es wurde mit sehr vielen Texten aus Büchern, Zeitungen und dem Internet trainiert und wird mit der Zeit immer besser.
Möglichkeit oder Risiko?
Station 2 · LLM nutzen
Das wahrscheinlichste nächste Wort
- Das Sprachmodell hat gelernt, wie Sätze und Texte aufgebaut sind.
- Man gibt etwas in ein Textfeld ein – die Eingabe heißt Prompt. Sie wird aufbereitet, damit das Modell sie versteht.
- Dann berechnet es, welche Wörter am besten zum Prompt passen: In der Eingabeschicht steht der bisherige Text, das Netzwerk nutzt gelernte Zusammenhänge, die Ausgabeschicht liefert wahrscheinliche Fortsetzungen.
- Die KI versteht den Inhalt dabei nicht wirklich – sie rechnet mit Wahrscheinlichkeiten.
Mini-Sprachmodell
Station 3 · Richtig prompten · Material M1
Je klarer der Prompt, desto besser die Antwort
„Mache den Text, den ich dir gleich schicke, besser. Mache ihn außerdem spannender. Es sollen ein paar coole Sachen vorkommen.“
„Schreibe mir einen Text (100 Wörter) zum Thema Energiesparen. Der Text soll für Schülerinnen und Schüler klar verständlich formuliert sein.“
- LLM eine Rolle geben: „Du bist eine Schülerin …“
- Klare Anweisung: „Schreibe …“, „Nenne mir …“
- Beispiele vorgeben
- Antwortlänge begrenzen
Gut oder schlecht?
Begründe, welcher Prompt gut formuliert ist.
B ist gut: klare Anweisung („Schreibe“), Thema, Länge (100 Wörter) und Zielgruppe. A ist ungenau: „besser“, „spannender“ und „coole Sachen“ kann die KI nur raten.
Prompt-Checker
Aufgabe 2: Verbessere den Prompt „Schreibe etwas über Sport!“. Überlege: Sportart, Art des Wettbewerbs, Zielgruppe, Textlänge, Textart.
Station 4 · Chancen und Risiken von KI-Texten
Hilfreich – aber nicht immer richtig
KI hilft beim Schreiben und Lernen: Sie erklärt schwierige Sachverhalte einfacher, kürzt Texte, schlägt Ideen für Geschichten vor, antwortet in vielen Sprachen und hilft beim Übersetzen.
KI schreibt oft Sachverhalte, die zwar richtig klingen, aber nicht korrekt sind. Sie kann Fake News erzeugen. Für den eigenen Lernfortschritt ist es wichtig, selbst zu denken und nicht alles von der KI machen zu lassen. KI-Texte darf man nicht einfach als eigene Texte ausgeben.
Stimmt das?
Station 5 · KI-Bilder · Material M2
Pixelveränderung
- Mit KI können Bilder generiert werden. Die KI wurde mit Millionen von Bildern und Textbeschreibungen trainiert.
- Man gibt eine Beschreibung ein, z. B. „Eine Motorrad fahrende Katze, die durch New York fährt“. Die KI startet mit einem Bild aus zufällig verteilten Pixeln.
- Schritt für Schritt verändert sie Farbe, Helligkeit und Position der Pixel, bis ein sinnvolles Bild entsteht. Bei der Feinabstimmung achtet sie auf Licht, Schatten und Perspektive.
- KI-Bilder erkennen: verzerrte Hände, fehlerhafte Schrift, ungleichmäßige Merkmale, unlogische Objekte. Auch kleine Fehler trotz hoher Auflösung können ein Hinweis sein.
„Ein Haus mit Sonne“
KI-Bild oder nicht?
Bild A zeigt eine Frau am Laptop – im Hintergrund schweben Bücher, der Bildschirm zeigt ein verzerrtes Gesicht, eine Hand hat sechs Finger. Bild B zeigt eine ähnliche Szene ohne Auffälligkeiten. Vergleiche, nenne Merkmale und beschreibe Chancen und Risiken immer besserer KI.
Hinweise auf ein KI-Bild: unlogische Objekte (schwebende Bücher), Fehler bei Händen und Gesichtern, unleserliche Schrift, zu glatte Haut, merkwürdige Spiegelungen. Chancen: Illustrationen, kreative Ideen, Lernmaterial. Risiken: Fälschungen werden kaum noch erkennbar, Deepfakes, Betrug, Urheberrechtsfragen.
Station 6 · Expertenwissen · Material M1
Deepfakes
- Mit KI können Bilder, Videos oder Tonaufnahmen so verändert werden, dass sie täuschend echt wirken. Personen sagen in Videos etwas, was sie nie gesagt haben: Deepfakes.
- Gründe: lustige oder begeisternde Inhalte in Filmen und sozialen Medien, Werbung – aber auch, um zu täuschen, zu schaden oder falsche Nachrichten zu verbreiten.
- Falsche Nachrichten bekannter Personen: Politiker sagen Dinge, die nicht der Wahrheit entsprechen.
- Mobbing und Erpressung: peinliche oder beleidigende Videos von echten Menschen.
- Falsche Identitäten: Betrüger geben sich am Telefon oder im Video als jemand anderes aus.
Wachstum der Deepfakes im Wahljahr 2024
× so viele wie 2023
Auswerten
In vielen Ländern wurden 2024 neue Präsidenten oder Regierungen gewählt. Beschreibe die Kernaussagen. Warum kommen Deepfakes gerade bei Wahlen häufig vor? Diskutiert, welchen Einfluss sie auf Personengruppen haben.
In fast allen Ländern mit Wahlen stieg die Zahl der Deepfakes, besonders stark in Bulgarien (30-mal) und China (28-mal), in Deutschland 1,4-mal. Bei Wahlen wollen manche die Meinung der Wähler beeinflussen: Ein gefälschtes Video kann Kandidaten schaden, bevor die Fälschung aufgedeckt ist. Betroffen sind vor allem Menschen, die Nachrichten nur aus sozialen Medien beziehen.
Sicherung
Hefteintrag: Generative KI
Generative KI-Anwendungen nutzen
Informatik · Klasse 5/6- Generative KI erzeugt Texte, Bilder, Musik, Videos und Programmcode.
- Ein Large Language Model (LLM) wurde mit sehr vielen Texten trainiert und berechnet das wahrscheinlichste nächste Wort. Die Eingabe heißt Prompt.
- Gute Prompts: Rolle geben, klare Anweisung, Beispiele, Antwortlänge begrenzen.
- KI macht Fehler und kann Fake News erzeugen. Selbst denken, prüfen und KI-Texte nicht als eigene ausgeben. Deepfakes sind KI-Fälschungen von Bildern, Videos oder Stimmen.
Lass eine KI eine Fantasiegeschichte erfinden (Ort, Figuren, Handlung, Stimmung, Länge). Schreibe zum Thema Erdbeben zwei Prompts: für ältere Schüler und für Grundschüler. Vergleiche.
Jetzt seid ihr dran